Panne in der Verbraucherzentrale NRW

Auch Verbraucherzentralen müssen sich als harter Kritiker von Geschäftspraktiken bei Banken und Handel manchmal selbst der Kritik stellen. Besonders die Verbraucherzentrale NRW gilt als ein strenger Beobachter unseriöser Bankenmethoden und ist genau damit nun bei der Fachpresse unangenehm aufgefallen.

Die VZ in Düsseldorf hatte einen Test zum Thema Ratenkredite veröffentlicht und dabei 15 Banken und Sparkassen unter die Lupe genommen. Den meisten Unternehmen warf die Verbraucherzentrale Lockvogelangebote hinsichtlich eines dem Kunden in Aussicht gestellten Superzins vor. Lediglich die ING-Diba erhielt Lob, da sie angeblich als einzige den in der Werbung in Aussicht gestellten Zinssatz auch tatsächlich an die Tester weitergab.

Dieser Test wurde vom Finanzjournalisten genauer in Augenschein genommen und es stellte sich heraus, dass auch die ING-Diba ihre offerierten Superzinsen an die Kreditsumme anpassen und trotzdem mit einem Ratenkredit ab 8,2 Prozent Zinsen werben. Diesem Vorwurf musste sich der Vorstand der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, nun stellen.

Er argumentierte, die falsche positive Darstellung der ING-Diba beruhe auf Fehlern bei der redaktionellen Kontrolle. In einem Brief an Kunze räumte Müller ein, auch die ING-Diba erfülle nicht die von der VZ geforderte Transparenz für Kreditnehmer.

Peinlich für die Verbraucherzentrale NRW ist allerdings, dass gerade die ING-Diba mit Spenden in Höhe von 200.000 Euro seit 2004 als einer der größten privaten Förderer der VZ gilt. Den Vorwurf der Bestechlichkeit weist Müller jedoch mit dem Argument zurück, auch die Postbank sei ein finanzieller Förderer, habe sich allerdings von der Verbraucherzentrale trotzdem schon wegen ihrer Geschäftspraktiken bei der Kreditvergabe abmahnen lassen müssen.

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