Wacklige Baufinanzierung

In den 90ern war eine beliebte und oft praktizierte Form der Baufinanzierung die Abwicklung über eine kapitalbildende Lebensversicherung, die mit Renditeberechnungen seitens der Versicherer von seinerzeit 7 Prozent eine optimale Möglichkeit der Finanzierung darstellten. Etwa 10 Prozent aller Bauvorhaben in den 90ern wurden auf diesem Wege umgesetzt.

Diese Baufinanzierung unterscheidet sich dahingehend, dass beim Bank-Darlehen die Restschuld durch monatliche Raten reduziert wird. Anders verläuft die Finanzierung über die Kapitallebensversicherung. Hier werden lediglich die monatlichen Zinsen bezahlt, der Tilgungsanteil fließt in eine kapitalbildende Lebensversicherung. Wenn die Lebensversicherung dann nach 20 oder 30 Jahren zur Auszahlung gelangt, wird das Kapital zur Restschuldtilgung genutzt. Eine ideale Möglichkeit der Baufinanzierung – sofern die Renditeberechnungen sich nicht verändern.

Genau das Problem tut sich aber für viele Bauherren nun auf, dass die Renditen durch höhere Lebenserwartung sinken. Hier könnten einige Baufinanzierungen in den nächsten Jahren bröckeln, sofern Bauherren nicht größere Summen zur Schließung der Finanzierungslücke aufbringen können. Allerdings ist ein Teil der Schuld dieses Baufinanzierungsproblems auch bei den Versicherern zu suchen, die unter bestimmten Voraussetzungen zur Verantwortung gezogen werden können.

Ist den Lebensversicherern nämlich bekannt, dass der Abschluss der Versicherung der Baufinanzierung dient, so haben sie den Kunden über mögliche Veränderungen in der Rendite zu informieren. Das ist am einfachsten belegbar, wenn die Versicherung als Tilgungslebensversicherung abgeschlossen wurde. Zahlreiche Gerichtsurteile hinsichtlich Schadenersatz fielen hierdurch schon zugunsten der Bauherren aus.

Nachtrag: Angesichts der Tatsache, dass sich die Bankenkrise weiter entwickelt hat, haben wir uns noch einmal nach weiterführenden Informationen umgeschaut. Einen hervorragenden Überblick über die Chronik der Krise bekommen Sie beispielsweise bei der Lektüre staatlicher Seiten oder auch unabhängigen Websites wie bankenpleite.org.

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